Geodaten: Tele Atlas vs. OpenGeoDB

August 7th, 2007

Neben freier Software (Open Source) sind freie Geodaten stark im Trend.

Deutschland – wo aufgrund im weltweiten Vergleicher hoher Kosten für amtliche Geo-Basis-Daten – der Budget-Schmerz besonders hoch und die Affinität zu OpenSource generell gegeben ist, tut sich daher im Bereich Offener Geodaten hervor.

Zu nennen ist hierbei OpenGeoDB (http://opengeodb.hoppe-media.com/), ein im Aufbau befindliches Geo-Datenprojekt, zu dem jeder Koordinaten und Ortsnamen und Postleitzahlen und ähnlichens beisteuern kann:

“Im Mittelpunkt des Projektes OpenGeoDB steht der Aufbau einer möglichst vollständigen Datenbank mit Geokoordinaten zu allen Orten und Postleitzahlen im europäischen Raum (A, B, CH, DE und FL am 1. Dezember 2005). Dies soll vor allem durch die Beteiligung von möglichst vielen Personen geschehen, die diese zentrale Datenbank pflegen.”

Ganz interssant, ich verfolge das schon eine ganze Weile. Es scheinen die nicht-GIS-Leute am Werk zu sein, was man schwerlich an der einen oder anderen Frage im Diskussionsforum mitbekommt, doch das ist ja mal egal. Der Spirit scheint so hoch, dass man die technischen Hürden ohne viel Geo-/GIS-Background mit Gelassenheit nimmt.

Auch anderswo in Europa begegnen einem ähnliche Initiativen, z.B. Open Streetmap (OSM: http://www.openstreetmap.org/) aus England. Hier geht es mehr um die Erfassung von Straßenverläufen mittels GPS-Tracks und deren nachrangige Bearbeitung am Computer. Keine schlechte Idee, denn wer hat nicht schon tausende GPS-Track-Kilometer gesammelt, wieso diese also nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen (außer man hat Geo-Privacy-Issues). Die Herausforderung in dem Projekt liegt wohl eher darin, wie (und vor allem wer) denn diesen Berg von – im wahrsten Sinne des Wortes Spaghetti-Daten strukturieren und attributieren soll. Das ist aktuell gerade das Gegenteil einer Geodatabase ;-) . Doch die Jungs sind äußerst aktiv, international anerkannt (z.B. zum zweiten mal als Speaker auf der Where 2.0-Konferenz in San Jose vertreten) und arbeiten inzwischen mit dem Ordinance Survey (quasi dem Landesvermessungsamt des United Kingdom) zusammen.


Scott Morehouse, ESRI’s Chef-Entwickler

Scott Moorehouse, ESRI’s Chef-Entwickler, über Open Street Map’s Geodatenhaltung:
“It looks like they created a monster; now they’re trying to taim it”

Har er in einem persönlichen Gespräch auf der Where 2.0-Konferenz San Jose gesagt.

Für uns (alta4 Geoinformatik AG) als Partner von Tele Atlas, einem der beiden weltweit führenden Anbieter für kommerzieller Geodaten ist es natürlich immer von Interessse, zu schauen, was sich anderswo noch tut.

Daher haben wir (Danke an unseren Diplomanden Stefan Jung) ein paar Vergleiche angestellt, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Die Frage nach der Vollständigkeit bzw. dem Lieferumfang eines Deutschland-Datensatzes:

    OpenGeoDB    Tele Atlas 
Postleitzahlen

8.190

8.240

Ortschaften

14.493

90.224

Also: bis auf 50 Postleitzahlen (= 0,2%) scheint OpenGeoDB alle drin zu haben.

Bei den Ortschaften sieht’s eher dünn aus, da kennt Tele Atlas 6x so viele.

Schaun wir noch ein wenig auf die Qualität:

Für Deutschland gibt es 16.432 eindeutige Ort-PLZ Kombinationen. Gegenüber den ~90.000 Orten welche in Teleatlas vorhanden sind ist OpenGeoDB doch recht lückenhaft.

Die Postleitzahlen einer Stadt sind immer an einen Punkt gebunden. So gibt es beispielsweise für Dresden eine Koordinate und alle Postleitzahlen von Dresden verweisen ebenfalls auf diese. Falls jedoch mehrer Orte dieselbe PLZ haben gibt es in der Regel für jede dieser einen eigenen Punkt. Es kommt jedoch auch vor, dass für kleine Ortschaften welche sich nah beieinander befinden nur eine Koordinate existiert.

Verknüpft über den Ortsnamen habe ich einmal alle TA Städte welche auch in OpenGeoDB vorhanden sind herausgeholt und über die Daten von OpenGeoDB gelegt. Die Abweichung zwischen den Koordinaten von OpenGeoDB und Teleatlas liegt ca. im Bereich von 0.01 Grad. Die Zahl kam jedoch durch Betrachtung in ArcMap zustande.

Fazit: wir werden erst mal bei Tele Atlas bleiben, für den professionellen Einsatz (z.B. zum Geocodieren von Adressen, selbst auf Ortsmittelpunkt genau) genügt die OpenGeoDB Datenqualität einfach noch nicht.

Ricoh visiting alta4

Juli 26th, 2007


Ricoh visiting alta4

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Hironori Tajima (Product Manager 500SE, Ricoh Japan) and Takashi Arai (head of Ricoh Europe) besuchen alta4 Geoinformatik AG in Trier, um die Zusammenarbeit im Bereich Geo-Imaging und Data-Imaging zu besprechen.

alta4 ist autorisierter Distributor der Ricoh-Kamera Caplio 500SE und bietet die Kamera im Rahmen der Geo-Imaging-Komplettlösung an, mit der Photos mit Koordinaten aufgenommen, gespeichert und in diversen Software-Systemen aus dem Hause alta4 gemanagt werden können.

Ein gemeinsames Auftreten auf den Messen INTERGEO (Leipzig) und der Europäischen ESRI-Anwenderkonferenz (Stockholm) wurde vereinbart.

alta4-Gründertreffen in Trier

Juli 6th, 2007


Keuck-Görgen-Seidel

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Back to the Roots:
zu einem äußerst spontanen und netten Treffen der alta4-Gründer Calli Keuck, Klaus Görgen und Ole Seidel kam es am vergangenen Mittwoch in Trierer Textorium.
Calli, Danke für die Initiative!

Auf dem Bild von links: Carl Jan “Calli” Keuck (heute GIS-Koordinator beim ZADI (Zentralstelle für Agrardokumentation und -information) in Bonn),
Dr. Klaus Görgen (Chef de Projet en Climatologie, Centre de Recherche Public – Gabriel Lippmann, Luxembourg),
Ole Seidel (Vorstand alta4 Geoinformatik AG)

Schnappschüsse, die mehr machen, als Freunde langeweilen

Juni 13th, 2007

New York Times LogoFotos mit Koordinaten und damit dem Aufnahmeort verbinden? Wurden wir vor drei Jahren noch mit fragenden Augen angesehen, wird dies inzwischen zu absoluten Mainstream.

Die New York Times berichtet ausführlich in der Ausgabe vom 10. Juni über neue Trends der Reisefotographie:

Nichts ist langweiliger als die Diashow des noch so guten Freundes. Die Familie am Eifelturm, die Familie vorm Hotel, die Familie am Pool, …

Doch diese Photos können unheimlich nützlich sein, wenn Sie selbst eine Reise planen: Wie groß ist der im Prospekt abgebildete Pool denn nun wirklich?  

Für die technsiche Umsetzung wird besonders die Ricoh Caplio 500SE als geeignete Kamera angesehen:

“To streamline the process, several camera makers have released models that are G.P.S.-ready, with either a built-in device or a special accessory. But they tend to be geared toward professionals and are expensive. The Nikon D2X, the company’s current top-of-the-line SLR model ($5,100), works with an optional MC-35 GPS Adapter cord ($139) that connects with a standard G.P.S. receiver (which you must also buy) to automatically save location coordinates with each photograph.

But G.P.S. is starting to show up among lower-priced cameras. The new Ricoh 500SE (about $1,000), a point-and-shoot model aimed at outdoor enthusiasts, has a built-in G.P.S. device. It’s even showing up on camera phones, including the Nokia N95, though the $749 price is still a bit steep.”

Lesen Sie den vollständigen Artikel in der New York Times:

http://www.nytimes.com/2007/06/10/travel/10pracphoto.html?ex=1339128000&en=77762af1256113d8&ei=5124&partner=permalink&exprod=permalink

 

Flickr Maps und die Kartographie der Yahoo!Maps

Juni 8th, 2007

flickrmaps_sf2
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Vor wenigen Wochen hat Yahoo! die Kartographie ihrer Yahoo!Maps neu gestaltet – und ich bin als Kartograph total begeistert.
Dat hat sich mal jemand richtig Mühe gegeben, kartographisch anspruchsvolle Karten zu erstellen. Schön gewählte Pastelltöne gepaart mit dem geschummerten Relief und das ganze Weltweit in einheitlicher Qualtität: super Sache!
Die Beschriftung der Straßen ist super gewählt, die Symbolik ebenso. Selbst die innerstädtische Flächennutzung wird farblich mit berücksichtigt. Datengrundlage der Straßendaten ist Navteq bzw. Tele Atlas.
Lediglich die Geschwindigkeit der Maps lässt etwas zu wünschen übrig. Da sind Google Maps und Google Earth deutlich schneller.

Vergleichen Sie selbst: Google Maps Kartographie und Yahoo! Kartographie


FlickrMaps of Western U.S. FlickrMaps of San Francisco, Telegraph Hill FlickrMaps of the Alps FlickrMaps of Trier

Erstmals aufgefallen ist mir die neue Kartographie, als Yahoo! ihre Maps in das Photo-Sharing-Portal Flickr einfließen lassen hat, um daraus ihr eigenes Mashup “Flickr Maps” werden zu lassen. Angeblich sind schon über 20 Mio. Fotos geocodiert. Manche manuell (ziehe ein Photo einfach auf die Karte), andere automatisch (Flickr liest beim Upload automatisch die XY-Koordinaten aus dem Exif Header jedes Photo aus und platziert die Photos gleich auf der Karte). Letzeres funktioniert natürlich nur, wenn die Photos schon Koordinaten haben (z.B. indem sie mit der GPS-Kamera Ricoh Caplio 500SE aufgenommen wurden (http://www.gps-kamera.de)), oder man ihnen via TimeStamp-Matching die Koordinaten aus einem GPS-Track zugeordnet hat (Fodysseus (http://www.fodysseus.de) ist dafür ein nützliches kleines Softwaretool).
Ganz was cooles ist Google’s StreetView. Da können Sie zwar keine eignen Photos einbinden, doch dafür im 360°-View alle Perspektiven aller Straßen von San Fransico anschauen, und somit natürlich auch das “Telegraph Hill” Straßenschild am Coite Tower in San Francisco wiederfinden.

Versuchen Sie es selbst (Adobe Flash Player 9 wird benötigt):

http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&q=12+Telegraph+Hill+Blvd+San+Francisco&sll=3….

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HTML ImageMapper ThemeBrowser HowTo: Neue Version

Juni 4th, 2007

Das HTML ImageMapper Themenbrowser “Do it yourself – Kit” wurde geupdated. Neu ist eine alternative Darstellungsmöglichkeit der Themenauswahl als Dropdown-Box. Natürlich sind die bekannten Buttons weiterhin möglich.

Themenbrowser - Dropdown menuThemenbrowser - Buttons

Weitere Informationen sowie den Downloadlink gibt es hier:

http://www.alta4.com/imagemapper/wiki/index.php?manuelles%20Erstellen%20eines%20ThemenBrowser%20Projekts

Christoph Knote

Bahnfahren – nein Danke

Juni 2nd, 2007

Oh Mann,

jetzt wollte ich doch gerade mal schnell vom Frankfurter Flughafen nach Metz pendeln, um dort zur KJU-Reise aufzuschließen. 9.35 gelandet, 10:54 hätte der ICE nach Mannheim gehen sollen, 1x umsteigen und weiter mit dem EC nach Metz, Ankunft 14:04.

Soweit die Theorie. Die Praxis: 9.35 gelandet, super durch Gepäckband und Zoll gekommen, 10:20 am Bahnsteig gestanden, Ticket gekauft. Zug hat Verspätung und kommt statt 11:24 um 11:45 in Mannheim an, Anschluss-EC nach Paris mit Halt in Metz wartet nicht sondern fährt pünktlich um 11:40 ohne mich ab.

So sitze ich jetzt in der S-Bahn nach Kaiserslautern, gondle ein wenig durch die Pfalz und halte an Milchkannen wie Weidental, kann drauf hoffen, die 4 min Umstiegszeit reichen, den Anschluß-RegionalExpress nach Saarbrücken zu bekommen. Darf dann dort eine halbe Stunde auf dem Bahnsteig rumsitzen um mit dem nächsten Bummelzug nach Metz zu fahren. Planmäßige Ankunft: 15.32, also 1 1/2 Stunden oder 46% später als ursprünglich geplant.

Mietwagen als (jetzt theoretische) Alternative: Um 10.20 Uhr im Mietwagen gesessen, schön eigene Musik reingelegt statt den überlaut vorgetragenen Krankengeschichten alter Leute im Großraumwagen zuhören zu müssen, 2:15h gefahren, um 12.25 Uhr oder 1:39h (24%) früher dort gewesen.

Ein nächstes Mal wird’s für die Bahn nicht geben. Bahnfahren sucks.

Nachtrag: GDD07, Camps, Social Networks und ESRI?

Juni 2nd, 2007

Zwei Konferenzen in drei Tagen sind erfolgreich zu Ende gegangen, der Rückflug ist angetreten. Die Financial Times Deutschland erwähnt den Google Developer Day heute kurz, jedoch weniger unter dem Developer RIMG0134 und Community Aspekt sondern stellt heraus, dass Google mit Google Gears nun in den Bereich der Offline-Anwendungen vorstößt und somit Microsoft’s Officeprodukten (Word, Excel, PPT) Wettbewerb macht – mmhhh, ich weiß nicht so ganz, ob das wirklich die Quintessenz der gestrigen Veranstaltung gewesen sein soll. Die FAZ erwähnt das ganze gar nicht, durch die Süddeutsche bin ich noch nicht durch.
Eigentlich hätte ich noch für zwei weitere Konferenzen bleiben können:

Über’s Wochenende hostet Yahoo! das WhereCamp und ab Montag geht’s dann gleich mit der 5-tägigen Digital Earth-Konferenz weiter, die sich dann mehr mit dem Umweltschutzthema beschäftigt.

Das WhereCamp hätte mich noch interessiert. WhereCamp? Was ist das nun schon wieder? Ein Offsping des BarCamps? Und was sind BarCamps?

Also hier erstemal das WhereCamp: “WhereCamp will be the premiere gathering of geo-enthusiasts, web 2.0 and mobile developers, social place hackers, artists, grad students, geographers, earth scientists and anybody else who wants to ‘know their place’.” Mehr dazu unter http://wherecamp.pbwiki.com/WhereCampSF
Alles zu Barcamps gibt’s unter http://barcamp.org/

Das alles diskutiert man am besten mit Tim Bonnemann, der sich die German – American Business Alliance auf die Fahnen geschrieben hat.

Tim kenne ich noch aus Zivildienstzeiten von einem Lehrgang im Herbst 1992 in Ritterhude (Bremen) und einer anschließenden Low-Budget, Low-Tech Fahrradtour von dort heim, d.h. für ihn nach Köln und für mich damals nach Bonn.

Tim lebt seit 2005 in San Jose, arbeitet aktuell an der Einführung von Wikis bei Oracle und ist an allem, was Web2.0, Social Software und Social Networking betrifft interessiert und gestaltend mit dabei. Im Herbst 2005 hat er den ersten WebMontag in Deutschland (Köln) initiert, eine Veranstaltungsreihe, die sich äußerst gut entwickelt hat. Wie ich diese Woche erfahren haben, hätte es auch ein Donnerstag sei können, doch das ist eine andere Story.

Die erste WebMontag-Veranstaltung hatte er vergangenes Jahr einen Tag vor der Where2.0-Konferenz ausgerichtet, mit initialen 12 Teilnehmern. Inzwischen hat sich sein Kreis auf rund 70 erweitert, 100-120 sollen es bis Ende des Jahres werden.
WebMontag hatte eines dieser Camps zum Vorbild und verfolgt die gleiche Philosophie: meistens ist es so, dass das aufsummierte Wissen aller Zuhörer einer Veranstaltung weit größer ist als das dessen, der vorne steht und vorträgt. Warum also Geld für Konferenzen bezahlen? Die Teilnehmer wissen doch mehr als die Speaker.

WebMontage wie BarCamps und nun auch das WhereCamp organisieren sich von selbst über Wikis (z.B. www.webmontag.de), in die sich Teilnehmer wie vortragende eintragen und so das Veranstaltungsprogramm kolloaborativ wächst. Einen offiziellen Veranstalter gibt es meist nicht, wohl aber Sponsoren, die für free Food, free Drinks sorgen und kostenfrei Räume, Strom und Internet-Zugänge bereit stellen.
Bei den Camps steht meist ein Viertel der Vorträge so im Vorhinein fest. Der Rest ergibt sich zu Beginn des Tages vor Ort, in dem Leute einfach auch PostIts schreiben, was sie besonders gut können, und was sie davon anderen mitteilen möchten, um denen wiederum zu helfen. Die Post-Its auf den leeren Veranstaltungsplan auf der Pinwand gepostet und los geht’s. Oder einfach so rumsitzen, Rechner auspacken, sich gegenseitig die coolen sites zeigen oder beim Coden und Hacken helfen.

Un-Conferences (Nicht-Konferenzen) sind noch eine weiteres Derivat. Vom Titel her ganz klar an Konfererenzen orientiert. Ähnlich dem Pendant aus G8-Gipfel und G8-Gegen-Gipfel.
Muß aber nicht widersprüchlich sein. Die Web2.0-Konference mit der Web2.0-Expo hatte im gleichen Gebäude zur gleichen Zeit dieses Jahr ein Web2.0-Unconference. Diese war kostenfrei, die anderen kostenpflichtig. Was verspricht sich der Veranstalter davon? Anscheinend das Erreichen einer größeren Zielgruppe, das dem Event als ganzem einen noch höheren Stellenwert einräumt.

Das wäre doch mal was für die ESRI-Anwenderkonferenzen in Deutschland: ESRI müht sich redliche, jährlich eine gute Konferenz auf die Beine zu stellen (und in Salzburg und Erfurt ist das dieses und letztes Jahr ja auch gut gelungen), doch zittern sie auch immer, ob sie ausreichend Besucher bekommen (dieses Jahr waren es rund 800, vergangenes Jahr in Salzburg vielleicht 700).

Die Probleme sind jedoch auch immer die gleichen: ESRI bestimmt, wer welchen Vortrag hält, die Aussteller werden auf 10-Minuten-Vorträge im Rahmen des Lösungsforums verwiesen (und von den 3 eingereichten durften wir dann einen Vortrag halten), und auf der Ausstellung sind auch immer die gleichen Aussteller und die gleichen Besucher. Es ist sicherlich nett, alte Beziehungen wieder aufzufrischen, doch auf Dauer bringt das weder ESRI noch die Branche weiter. Nicht zuletzt fragt sich Firmenchef Dr. Gerhard Haude dann, warum die ESRI-Partner dieses Jahr nicht zur Umsatzsteigerung von ESRI Deutschland beigetragen haben.
Also: ich rege hiermit an, 2008 eine ESRI-Anwender-Un-Konferenz parallel zu halten: kostenfreier Eintritt und sobald sich ein paar Sponsoren gefunden haben auch kostenfreie Getränke und Essen und Wifi natürlich. Zielgruppe: all’ diejenigen, die eigentlich an den ESRI-Konferenzen interessiert waren, aber immer einen Grund hatten, doch nicht hinzugehen (zu teuer, zu einseitig, zu …).

Insbesondere junge, innovative Leute und die Forschung könnten wir so mit einbeziehen (um sie nicht ganz an die OpenSource-Community zu verlieren, damit sie uns morgen den Wettbewerb machen) und diejenigen, die wirklich Probleme haben die 350 EUR Eintritt aufzubringen. Und ich bin mir sicher, dass es in der eingefleischten ESRI-Community auch den einen oder anderen gibt, der auf parallel auf einer Un-Conference sein Wissen gerne an andere weitervermittelt.
Vorträge von jedem für jeden, Code-Sharing, Best-Practise von User zu User austauschen, Tipps & Tricks, … wäre doch mal was. Mit beiden Konferenzen zusammen würde man die 1.000 Teilnehmer-Grenze locker überspringen, vielleicht sogar gleich 1.500 oder 2.000 Leute mobilisieren können und ‘ne echte Community aufbauen.

All diese Dinge funktionieren natürlich nur unter Beteiligung engagierter, mündiger, kreativer, offener Leute. Sharing und Learning ist das Konzept: Informationen mit anderen teilen, austauschen. Fehlt es uns da noch an der entsprechenden Kultur in Deutschland? Oder dauerte es einfach nur noch eine Weile, bis wir diese Veranstaltungsformen vermehrt in Deutschland sehen?

We will see …
Hier noch ein paar Links für die, die das Thema Social Software weiterverfolgen wollen (Danke für die Zusammenstellung, Tim!):

http://www.twitter.com — Das Original.
http://twitter.pbwiki.com/Clones — Twitter Clones (reichlich Beteiligung aus Deutschland).
http://www.mahalo.com — Human search.
http://devcologne.pbwiki.com/ — Dev House Cologne, 21./22. Juli 2007
http://www.webmontag.de/blog/ — Web Montag Blog.
http://www.ericrice.com — Cooler Typ, ’nuff said.
http://www.ericrice.com/blog/?page_id=500 — Saijo City is the latest work-in-progress from Slackstreet Studios. It’s a fictional meta story that spans virtual worlds, game worlds, real life worlds, blogs, and social networks. ;-)
http://www.veodia.com — High-quality live video streaming.
http://www.web2expo.com/berlin/ — Web 2.0 Expo Berlin, 06.-08. November 2007
http://startupcampdeutschland.pbwiki.com/ — Startupcamp Deutschland, geplant fuer Ende 2007. ;-)
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Google Developer Day 2007

Mai 31st, 2007


Was letztes Jahr als Google GeoDeveloperDay 2006 mit rund 250 Teilnehmern angefangen hat, ist heute der Geo Developer day mit 1.500 Besuchern in San Jose sowie über 5.000 an 10 Locations weltweit.

Zum Vergleich: Die Teilnehmerzahlend der Where2.0-Konferenz sind von 2006 auf 2007 leicht gestiegen, liegen aber immer noch unter 1.000.

Sergey Brin zeigte sich kurz, sein Statement war jedoch nicht sonderlich klar. Zwölf Jahre Internet leuten eine neue Äera ein: die ersten Kinder aus diesem Zeitraum können inzwischen selbst die ersten Zeilen Code programmieren, somit werden Kinder aus dem Internet-Zeitalter zu Gestaltern des Internet-Zeitalters. Mhhh, wohl war, und?
Wie nicht anders zu vermuten, veröffentlicht Google pünktlicht zum heutigen Tag neue Developer-Produkte:

Google Mashup Editor, Google Mapplets, Google Web Toolkit, Google Gears

Google hält ganz klar an seiner Philosophie fest (und das ist eine der häufigsten Antworten der Speaker auf diverse Fragen): “We cannot comment on anything in the future – Wir können keine Aussage darüber machen, was Google in der Zukunft vor hat”

Dennoch findet ein gewisser Paradigmenwechsel ganz offensichtlich statt:

In Form von öffentlichen Beta-Programmen (z.B. KML 2.2 beta) öffnet sich Google und zeigt, was in Zukunft kommen wird und baut gerade mit diesen Programmen aber auch diesen Events eine Community von Entwicklern auf, und regt diese zu Feedback an, um darauf hin noch bessere Produkte zu entwickeln.

Alles über den Tag findet ihr unter anderem im offiziellen Geo Developer Blog: http://googledeveloperday2007-us.blogspot.com/

Code gibt’s unter http://code.google.com/events/developerday/

Google Developer Day 2007 Google Developer Day 2007 Google Developer Day 2007 Google Developer Day 2007

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Angelina Jolie Geospatial Celebrity of the year

Mai 31st, 2007

Geographic Awareness und Geographic Relevance waren für mich die Key-Words der Where 2.0-Konferenz 2007.

Selbst Angelina Jolie hat die Geburtsorte bzw. -Koordinaten Ihrer Kinder auf ihren Arm tatoviert.

Eine vernünftige Mischung aus kommerziellen Anwendungen, Produkt-Vorstellungen, Einblick in das, was die großen Player Yahoo! (mit Local, Maps, Flickr, Pipes,…) Google (mit Earth und Maps, StreetView), ESRI (ArcGIS Server serving Google KLM und zu Microsoft Virtual Earth) so veranstalten, recht technologie-fokussiert (WiFi-Localisation, Bluetooth local advertizing, …) doch immer mit dem Social Partizipation Aspekt.
Tausend verschiedene Anwendungen, tausende von Ideen, mehr als die Hälfte davon äußerst spannend und wert, weiter zu verfolgen. Jetzt kommt die harte Zeit: welche Ideen mit über den Teich nehmen und in Europa umsetzen? Bürgerbeteiligung wird ein riesen Thema werden. Bürger-Journalismus ist auch sehr spannend. Geo-Photos mit GPS via Mobiltelefon? Mobile Anwendungen sind allgemein sehr heiß, doch wie soll man die verschiedensten Endgeräte und Netzwerke unterstützen? Da bestehen hier die gleichen Probleme wie bei uns.
We’ll see.

Where 2008 (Datum steht noch nicht fest) wird auf jeden Fall wieder einen Besuch wert sein. Der kontinental-europäische Einfluß bei dieser Konferenzu war verschwindend gering. Daran könnte man ebenfalls arbeiten.

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